Jugend in Brandenburg 2017 - Schulsozialarbeit könnte Abhilfe schaffen

 

Die Ergebnisse der, von der Universität Potsdam veröffentlichte, Studie „Jugend in Brandenburg 2017“ löst im Landesschülerrat an einigen Stellen Bedenken aus.

Erfragt wurden die Meinungen der Schülerinnen und Schüler über Lebenszufriedenheit, Zukunftsoptimismus, Gewalt, Schulangst, politische Partizipation und Rechtsextremismus in Brandenburg. Zu den jüngsten Erkenntnissen über eine gesunkene Toleranz der Jugendlichen in Brandenburg im Verhältnis zu den Vorjahren findet Lambert Wolff, Landesschülersprecher, klare Worte: „Jede Person im Umfeld Schule ist für einen respektvollen Umgang miteinander verantwortlich. Für Extremismus und Fremdenfeindlichkeit ist kein Platz an unseren Schulen.“

 

Bildungsministerin Britta Ernst und Ministerpräsident Dietmar Woidke zogen bereits erste Schlüsse – wir sagen, nun sollte gehandelt werden!

 

Aus Sicht des Landesschülerrates ist es eine der wesentlichen Aufgaben von Schule, die Akzeptanz der Schülerinnen und Schüler gegenüber anderen zu stärken. Hierzu ist allerdings geschultes pädagogisches Personal für alle brandenburgischen Schülerinnen und Schüler essentiell. Noch immer ist nicht einmal jede Schule in Brandenburg mit Schulsozialarbeiterinnen oder Schulsozialarbeitern ausgestattet. Dieser Missstand muss schnellstmöglich von den Verantwortlichen behoben werden. Eine Stärkung des schulpsychologischen Dienstes ist ebenso unerlässlich.

 

Wir begrüßen, dass sich die allgemeine Zufriedenheit der Jugendlichen im Vergleich zu den Vorjahren verbessert hat, allerdings hat die Schulangst der brandenburgischen Schülerinnen und Schüler deutlich zugenommen. Dieser Entwicklung sieht der Landesschülerrat mit Sorge entgegen. Waren es im Jahr 2010 nur 27,8 Prozent der Jugendlichen, die Schulstress als „Hoch“ oder „Eher hoch“ einstuften, so sind es im Jahr 2017 bereits 44,0 Prozent.

 

Für mich sind diese Zahlen ein Warnzeichen und Indikator für zu hohen Leistungsstress und für übertriebenes Auswendiglernen in der Schule. Da ist es kein Wunder, wenn laut Studie insgesamt weniger Motivation zum Lernen vorhanden ist. Zusätzlich lässt sich bei den vollen Klassen kaum Rücksicht auf leistungsschwache und ängstliche Schüler nehmen, von daher finde ich es bedenklich, dass Schüler zu wenige vertrauensvolle Ansprechpartner, beispielsweise Schulsozialarbeiter, haben“ so Ireen Beyer, stellvertretende Landesschülersprecherin. Der Landesschülerrat sieht auch Mobbing in der Schule, als einen Auslöser für Schulangst. Glücklicherweise erleben die Schülerinnen und Schüler laut der Studie „fast nie“ Gewalt in der Schule.

 

Die Jugendstudie zeigt eindeutig positive Veränderungen, den negativen Tendenzen muss nun entgegengetreten werden.
 

Die klare Forderung des Landesschülerrates:

Wir brauchen mehr Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter an den brandenburgischen Schulen!